Im Rahmen des FNR-Verbundprojektes „Entwicklung der Produktlinie Futterpflanzen als Biomasselieferant“ standen Futtergräser für Biogasanlagen im Fokus der Forschung. Die Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e. V. (GFPi) hat gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), dem Julius Kühn-Institut (JKI), der Microb Energy GmbH und drei privaten Gräserzüchtern ein umfangreiches Forschungsprojekt zu Futtergräsern als Biomasselieferant durchgeführt. Die Erkenntnisse sind für Biogas-Landwirte und Züchter interessant.

Die wichtigsten Erkenntnisse für Landwirte:

  • Früher abreifende Weidelgras-Sorten sollten zwanzig Tage, später abreifende sieben Tage nach Beginn des Ährenschiebens geschnitten werden, um den maximalen Methan-Hektar-Ertrag zu erzielen.
  • Der Biomasseertrag hat einen vergleichsweise größeren Einfluss auf den Methan-Hektar-Ertrag als die spezifische Gasausbeute (Gasausbeute = Gasertrag bezogen auf die Masse, gemessen in lN/kg oTS).
  • Rohrglanzgräser liefern tendenziell die besten Erträge bei verringertem Faktoreinsatz: Eine Rohrglanzgras-Sorte hatte den insgesamt zweithöchsten Ertrag bei einem Versuch erzielt, in dem 13 Sorten drei Jahre lang jeweils vierschnittig mit normaler und zweischnittig mit reduzierter N-Düngung geprüft wurden. Dies gelang allerdings nur in dem Jahr mit günstigen Anbaubedingungen, in dem eine frühe Aussaat und eine gute Jugendentwicklung der Pflanzen möglich waren. Auch stand nur eine einzige Rohrglanzgras-Sorte in dem Vergleichsanbau.
  • Bei einem späten Aussaattermin und bei günstigen Anbauverhältnissen sollte man hingegen Weidelgras-Sorten wählen. Bei ihnen ist die 4-Schnittnutzung eindeutig überlegen.
  • Gräser sollte man nur als Kosubstrat in die Biogasanlage einbringen. Die Monovergärung der Gräser bereitete im Projekt bei höherer Fermenterbelastung die bekannten Probleme an Rührwerken und Pumpen und verursachte eine Stickstoffhemmung der Mikrobiologie.

Projekt-Abschlussbericht (Download hier)

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