Biogas-Kleinanlagen in der Energie-Strategie 2020 der Europäischen Union

Die Energie Strategie 2020 der Europäischen Union hat eine sichere, wirtschaftliche und nachhaltige Energieversorgung zum Ziel. Dazu können Biogas-Kleinanlagen einen Beitrag zur Erreichung der folgenden Nachhaltigkeitsziele der EU leisten, wie sie beispielsweise im „Energie und Klima Paket 2020“ beschrieben sind:

  • Reduktion der Emissionen klimawirksamer Gase um 20% im Vergleich zu 1990. (Das Energiekonzept 2010 der Bundesregierung sieht für Deutschland eine Reduzierung um 40 %vor)
  • Erhöhung des Anteils von Energie aus erneuerbaren Quellen am Gesamtenergieverbrauch auf 20% (der Zielwert für Deutschland liegt bei 18%)
  • Erhöhung der Energieeffizienz um 20%

Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich in der „Entscheidung über die Anstrengungen der Mitgliedstaaten zur Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen mit Blick auf die Erfüllung der Verpflichtungen der Gemeinschaft zur Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2020“ [Entscheidung Nr. 406/2009/EG, 2009] auf verbindliche Ziele zur Reduktion der Emission klimawirksamer Gase geeinigt. Diese Einigung betrifft Sektoren außerhalb des Emissionshandels wie beispielsweise Landwirtschaft, Abfall oder Transport.

Vorteile der Biogas-Nutzung

Die Vorteile der Güllenutzung in Biogas-Kleinanlagen sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Gesellschaft sind mehrdimensional. Bei der Beurteilung zur weitereren Unterstützung von Biogas-Kleinanlagen sollte berücksichtigt werden, dass neben der Bereitstellung von Energie auch andere positive Effekte eine Rolle spielen. Biogas-Kleinanlagen sind:

  • eine lokale Energiequelle, erhöhen somit die Versorgungssicherheit und entlasten das Stromnetz,
  • nutzen Wirtschaftsdünger und produzieren Energie und Dünger,
  • tragen zur Selbstversorgung mit Energie bei und verbessern die Produktivität,
  • schaffen Arbeitsplätze und tragen dazu bei, Kapital in der Region zu halten,
  • reduzieren die Emissionen klimawirksamer Gase und vermindern Gerüche.

 

Gülle-Kleinanlage

Bioenergie als nachhaltige Energiequelle

Das Potenzial zur Minderung von Emissionen durch Biogas-Kleinanlagen auf Güllebasis ist groß. Das ansonsten bei einer Lagerung ohne Behandlung entstehende Methan wird energetisch genutzt und der Eintrag dieses Gases in die Atmosphäre, wo es 28-mal Klimawirksamer als CO2 ist, vermieden.

Es ist wichtig, die Rolle der erneuerbaren Energien im Energiesystem basierend auf einer gründlichen und objektiven Analyse zu diskutieren. In der öffentlichen Diskussion werden nicht immer alle Fakten ausreichend in Betracht gezogen; das betrifft z.B. die Vergleichsebene mit den konventionellen Energieträgern, die positiven Auswirkungen der regenerativen Energien auf den Strommarktpreis oder die ökologischen und sozioökonomischen Vorteile für die Gesellschaft. So kann das häufig verwendete Argument, dass eine gesetzlich geregelte Unterstützung von Erneuerbaren Energien zwangsläufig zu höheren Kosten für die Haushalte führt, durchaus bezweifelt werden.

Für jedes 1 kg CO2-Äquivalent das durch den Ersatz von Biogas fossile Brennstoffe verdrängt, wird zusätzlich 1 kg CO2-Äquivalent (hauptsächlich aus Methan) vermieden, dass durch offene Güllelagerung bzw. -management entstanden wäre. Somit verdopptelt sich die Emissionsminderung durch eine Güllenutzung durch Biogas (Durchschnitt für ausgewählte EU-Länder).

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