Neu: Wirtschaftlichkeitsrechner für Gülle-Kleinanlagen nach § 44 EEG Jetzt rechnen →
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Biogas-Rechner für Hofanlagen: lohnt sich eine Gülle-Kleinanlage?

Eine Gülle-Kleinanlage erhält nach § 44 EEG eine feste Vergütung, wenn sie mindestens 80 Masseprozent Gülle vergärt und am Standort höchstens 150 kW installiert sind. Wie viel Strom und Erlös Ihr Tierbestand ungefähr bringt, zeigt dieser Rechner in Sekunden.

Schritt 1

Tierbestand

Daraus schätzt der Rechner die jährliche Gülle- und Mistmenge. Felder leer lassen, wenn nicht vorhanden.

Schritt 2

Zusätzliche Substrate

Zugekaufte Gülle, Mist oder Kofermente in Tonnen Frischmasse pro Jahr. Für die Gülle-Vergütung müssen mindestens 80 Masseprozent Gülle sein.

Annahmen anpassen (BHKW, Vergütung, Wärme, Kosten)
Ergebnis (Schätzung)
Geben Sie links Ihren Tierbestand oder Substratmengen ein.
Methode

So rechnet der Rechner

  1. Gülle- und Mistmenge aus dem Tierbestand (m³ je Platz und Jahr, 1 m³ ≈ 1 t) plus zugekaufte Substrate.
  2. Biogas- und Methanertrag je Tonne Frischmasse nach Substrat.
  3. Energie im Gas = Methan × 9,97 kWh/m³; Strom = Energie × elektrischer BHKW-Wirkungsgrad.
  4. Bemessungsleistung = Jahresstrom ÷ 8.760 h; BHKW-Größe = Jahresstrom ÷ Volllaststunden.
  5. Vergütung anteilig nach Bemessungsleistung (§ 23c EEG): bis 75 kW Stufe 1, 75 bis 150 kW Stufe 2; bei Einspeisevergütung minus 0,2 ct/kWh, darüber minus Direktvermarktungskosten.
  6. Wärme = Energie × thermischer Wirkungsgrad, abzüglich Eigenbedarf des Fermenters, davon der genutzte Anteil zum Wärmepreis.

Richtwerte je Substrat

SubstratBiogas je t FMMethangehaltzählt als Gülle
Rindergülle (zugekauft)25 m³55 %ja
Schweinegülle (zugekauft)20 m³60 %ja
Rinder-Festmist90 m³55 %ja
Pferdemist63 m³55 %ja
Geflügelmist (zählt nicht als Gülle)110 m³58 %nein
Maissilage200 m³52 %nein
Grassilage170 m³54 %nein
Überjähriges Kleegras160 m³54 %bis 10 %

Gülleanfall je Tierplatz

Milchkühe20 m³ je Platz und Jahr
Jung- und Mastrinder9 m³ je Platz und Jahr
Mastschweineplätze1,9 m³ je Platz und Jahr
Sauen mit Ferkeln4,2 m³ je Platz und Jahr

Anzulegende Werte § 44 EEG

Inbetriebnahmebis 75 kWbis 150 kW
Inbetriebnahme bis 30.06.202422,00 ct/kWh19,00 ct/kWh
Inbetriebnahme ab 01.07.202421,89 ct/kWh18,91 ct/kWh
Inbetriebnahme ab 01.07.202521,78 ct/kWh18,81 ct/kWh
Inbetriebnahme ab 01.07.202621,67 ct/kWh18,72 ct/kWh

Quellen: §§ 21, 23c, 44, 44a, 51 und 53 EEG 2023 (gesetze-im-internet.de, abgerufen am 19.10.2026); Gasausbeuten nach LfL-Biogasausbeuten-Datenbank, Güllemengen nach LfL-Basisdaten (Tabelle 4b, Stand 11/2024), je nach Trockensubstanzgehalt mit großer Bandbreite. Die Werte ab Juli 2024 sind nach § 44a berechnet (Vergleich: VBEW-Übersicht IBN 2025 nennt 21,78/18,81 ct); § 51 (negative Preise) ist im Erlös nicht abgezogen. Kostenannahmen sind grobe Platzhalter, keine Marktpreise.

  • Heizwert Methan9,97 kWh/m³
  • Elektrischer Wirkungsgrad BHKW36 %
  • Thermischer Wirkungsgrad BHKW45 %
  • Volllaststunden BHKW8.000 h/a
  • Eigenwärmebedarf (Fermenter)25 %
  • Genutzter Anteil der Restwärme30 %
  • Wärmepreis5 ct/kWh
  • Direktvermarktungskosten (über 100 kW)0,40 ct/kWh
  • Investition je kW installiert9.000 €/kW
  • Betriebskosten je kWh Strom7 ct/kWh

Fragen zum Rechner

Wie viele Kühe braucht eine 75-kW-Gülleanlage?

Mit den Richtwerten des Rechners (20 m³ Gülle je Kuh und Jahr, 25 m³ Biogas je m³, 55 % Methan, 36 % elektrischer Wirkungsgrad) erreichen rund 400 Milchkühe etwa 45 kW Bemessungsleistung. Für 75 kW Bemessungsleistung allein aus Rindergülle wären es grob 670 Kühe. Mit Mist oder bis zu 20 Masseprozent Kofermenten sinkt die nötige Tierzahl deutlich.

Was bedeutet die 80-Prozent-Regel?

Nach § 44 Abs. 2 EEG muss im Kalenderjahr durchschnittlich mindestens 80 Masseprozent Gülle eingesetzt werden. Geflügelmist und Geflügeltrockenkot zählen dabei nicht als Gülle, überjähriges Kleegras darf bis zu 10 Masseprozent angerechnet werden. Der Rechner prüft das anhand der Massen, die Sie eingeben.

Welche Vergütung gilt für meine Anlage?

Maßgeblich ist das Inbetriebnahmedatum. § 44 EEG nennt 22 ct/kWh bis 75 kW und 19 ct/kWh bis 150 kW Bemessungsleistung; § 44a senkt die Werte für neu in Betrieb genommene Anlagen seit dem 1. Juli 2024 jährlich um 0,5 %. Bei Einspeisevergütung (bis 100 kW) werden nach § 53 EEG 0,2 ct/kWh abgezogen. Seit 2025 entfällt die Vergütung nach § 51 EEG für Zeiten mit negativem Börsenstrompreis (Ausnahme: Anlagen unter 100 kW bis zum Einbau eines intelligenten Messsystems). Den verbindlichen Wert bestätigt Ihr Netzbetreiber.

Was ist die Bemessungsleistung?

Die Bemessungsleistung ist die im Jahr erzeugte Strommenge geteilt durch die Stunden des Jahres, also die durchschnittliche Leistung. Ein BHKW mit 75 kW installierter Leistung, das nicht rund um die Uhr läuft, hat eine kleinere Bemessungsleistung.

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